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Über 700 Fälle: Noch nie so viel Fahrerflucht in Brüssel wie 2021

Die Zahl der Fahrerfluchten nach Unfällen war in Brüssel noch nie so hoch wie im vergangenen Jahr. Dies meldete die Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ auf Basis von aktuellen Zahlen des belgischen Instituts für Verkehrssicherheit VIAS. Die Polizei registrierte letztes Jahr in der belgischen Hauptstadt mehr als 700 Fälle von Fahrerflucht nach Unfällen mit Personenschaden.

706 Fälle von Fahrerflucht nach Unfällen mit Personenschaden nahm die Polizei in Brüssel 2021 auf und dies in einem Coronajahr. Vor 10 Jahren lag diese Zahl bei 522 Fällen. Karin Genoe von VIAS sagte dazu gegenüber BRUZZ, dass diese Zahlen Sorgen bereiten: „Wir hoffen, dass sich die heutige Tendenz nicht durchsetzt. Wir bleiben sehr wachsam.“

Ob die Tatsache, dass viele Menschen auch letztes Jahr durch Corona eher in privaten Kreis gefeiert haben, ein Grund für eine so hohe Zahl an Fahrerfluchten ist, sei dahingestellt. Doch VIAS-Sprecherin Genoe linkt diese Tendenz an diesen Umstand: „Fahrerflucht wird oft von Leuten verübt, die getrunken haben. (…) Die Möglichkeit, dass dann jemand vom Unfallort flieht, ist größer.“

Nicht nur in Brüssel

Laut VIAS fällt die hohe Zahl an Fahrerfluchten nach Unfällen mit Personenschaden in Brüssel am stärksten auf, doch auch andernorts in Belgien ist diese Zahl im Vergleich zu 2020 angestiegen. Im ganzen Land wurden 2021 fast 4.200 Fälle von Fahrerflucht registriert. 2020 lagen etwa 3.614 solcher Fälle vor. Damals lag das Leben wegen Corona fast gänzlich still…

Im Vergleich zur Zeit vor Corona sinken diese Zahlen aber eigentlich. Vor 10 Jahren hatte VIAS noch fast 4.700 Fälle von Fahrerflucht nach einem Unfall mit Personenschaden statistisch erfasst. In größeren Städten komme Fahrerflucht öfter vor als im ländlichen Raum, so Genoe: „In Großstädten ist die Anonymität wohl größer.“

Mehr Kameraüberwachung?

Das Verkehrsinstitut VIAS plädiert in diesem Zusammenhang für mehr Überwachung durch Verkehrskameras, z.B. durch die sogenannten ANPR-Kameras: „Diese sollen die Möglichkeit, erwischt zu werden, hoch halten. So können wir ein Stück weit die Anonymität durchbrechen und die Betroffenen fassen.“

Neben Trunkenheit am Steuer sind auch das Fahren unter Drogeneinfluss, ohne Führerschein und ohne Versicherung Gründe für Fahrerflucht. Nicht zuletzt verlassen auch notorische Raser öfter einen Unfallort, nach dem sie einen Unfall mit Personenschaden verursacht haben, so die Statistik von VIAS.  

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