FLORIAN VAN EENOO

Brabanter Zugpferde: Eine Geschichte mit Zukunft

Die Landwirtschaftsmesse von Libramont in der Provinz Luxemburg wurde 1926 auch als ein jährliche Veranstaltung für den Handel mit Brabanter Zugpferden gegründet. Seit Jahrzehnten hat sich in der Arbeit mit diesen Kaltblutpferden in der Landwirtschaft und im Forstbereich nicht viel geändert, doch „von gestern“ ist diese belgische Pferderasse nicht. In Zeiten von Naturschutz und Nachhaltigkeit steht den Zugpferden eine interessante Zukunft bevor.

Die Brabanter Zugpferde haben bei der am Montag zu Ende gegangenen Landwirtschaftsmesse von Libramont einmal mehr eine wichtige Rolle gespielt. 

Dies stellte auch Martial Wuyts, Vorsitzender des europäischen Komitees für Arbeitspferde (CECT) fest, wie er gegenüber dem frankophonen öffentlich-rechtlichen Rundfunk RTBF erklärte: 

„Bei vielen ist das Zugpferd mit der Vergangenheit verbunden, mit etwas, das alt ist. Das ist eine Vorstellung, gegen die wir uns wehren. Das Zugpferd steht für eine alternative Lösung gegenüber einer übertriebenen Mechanisierung.“

Heute werden diese Arbeitspferde gerne in der Waldwirtschaft nicht nur in Naturschutzgebieten, wie z.B. im Hohen Venn und im Hertogenwald in Ostbelgien, verwendet, wo sie ohne große Schäden anzurichten, Baumstämme ziehen. 

Inzwischen nutzen auch Winzer in der Wallonie Brabanter Zugpferde zur Bestellung ihrer Anbaugebiete. 

Gerade auf kleinerem Gelände haben diese Pferde mit ihrer Ruhe und ihrer Präzision einen entscheidenden Vorteil gegenüber Maschinen und Traktoren, zumal sie den Boden nicht beschädigen.

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Martial Wuyts bestätigt dies: „Der Impakt auf die Böden durch die schweren Maschinen sorgt für eine Schwächung im Boden. Die Pferde schaffen das, was keine Maschine schafft: Mit enormer Kraft arbeiten ohne die Böden anzutasten.“ 

Pferde alle Maschinen ersetzen, doch er erinnert an das Komplementäre von Zugpferd und Maschine, zumindest da, wo sie sich ergänzen können.

Das zeigt sich auch bei der Messe von Libramont selbst, wo vier Tage lang täglich etwa 400.000 Besucher anwesend waren. Abends wurde der gesamte Abfall des Tages von Kutschen eingesammelt, die von Brabanter Zugpferden gezogen wurden - ohne den Boden des Messegeländes zu beschädigen. 

Die Messeveranstalter nahmen sich dabei die Brüsseler Gemeinde Schaarbeek zum Vorbild. Hier wird eine Kutsche mit einem Brabanter Zugpferd zum Mülleinsammeln in Parks und Grünanlagen genutzt, sehr zur Freude der Anwohner und inzwischen auch der auswärtigen Besucher… 

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