Außenministerin Lahbib zum Ärger um ihre Krim-Reise: "Kein Problem mit der Ukraine"

Belgiens Außenministerin Hadja Lahbib (MR - Foto) reagierte gegenüber der flämischen Tageszeitung Het Laatste Nieuws zum ersten Mal persönlich auf den Wirbel um ihren Aufenthalt auf der Krim vor einem Jahr, als sie noch Journalistin beim frankophonen Rundfunk RTBF war. Damals war sie Journalistin, so Lahbib. Heute sei sie Politikerin und Ministerin und würde dementsprechend andere Entscheidungen treffen. 

Außenministerin Lahbib sprach mit Het Laatste Nieuws am Rande ihres Arbeitsbesuchs bei den Vereinten Nationen in New York. Dort ging es auch um ihren Besuch als Pressevertreterin auf der Krim vor einem Jahr, der nach harscher Kritik vonseiten der flämischen Nationaldemokraten N-VA letzten Monat in die Schlagzeilen geraten war.

Peter De Roover, N-VA-Fraktionsführer in der Ersten Kammer im belgischen Bundesparlament, hatte die Krim-Reise Lahbibs vor einem Jahr via Twitter publik gemacht und damit auch die Ukraine auf diesen Vorgang aufmerksam gemacht. Die frankophone Liberale war als RTBF-Journalistin auf der Krim zu einer Kulturveranstaltung eingeladen worden, zu deren Organisatoren auch die Tochter von Russlands Präsident Putin gehörte. Sie war zudem dorthin über Russland gereist und dies ist nach ukrainischer Lesart verboten.

Unverantwortliche politische Spielchen?

Inzwischen sind die Wogen zwischen Belgien und der Ukraine geglättet und dies unterstrich Lahbib auch gegenüber Het Laatste Nieuws: „Wir haben absolut kein Problem mit der Ukraine“. Bisher habe sie keine Zeit gehabt, um persönlich auf den Vorgang zu reagieren, „denn ich habe wichtigen Dossiers des Außenministerium Vorrang eingeräumt. Überdies habe ich in der vergangenen Woche ein enges Familienmitglied verloren. Also war das auch persönlich eine schwierige Zeit für mich.“

Auf die Kritik von N-VA-Politiker De Roover reagierte sie ohne diesen zu nennen und sie nannte den Vorgang „politique politcienne“, also politische Spielchen: „Das betrifft Fakten, die auch noch von jemandem manipuliert wurden, der wohl während den Ferien nichts anderes zu tun hat. Das ist echt schade. Es ist einfach unverantwortlich, solche politischen Spielchen in Zeiten eines gespannten internationalen Kontextes zu spielen, in denen die diplomatischen Beziehungen so wichtig sind.“

Besuch in der Ukraine geplant

Ihre journalistische Reise auf die Krim habe vor einem Jahr stattgefunden, also vor dem Krieg und ein Geheimnis habe sie nie daraus gemacht: „Das steht ganz einfach bei mir in den sozialen Medien - schon ein Jahr lang. Niemand hat da jemals ein Problem mit gehabt.“ Auch nicht damit, dass sie damals von einem Besuch in Russland sprach und auch nicht, wenn sie über die russische Annektierung der Krim redete…

Inzwischen hat es einen gemeinsamen Austausch auf höchster politischer Ebene zwischen Belgien und der Ukraine gegeben. Beide Länder bekräftigten ihr gegenseitiges Vertrauen und Außenministerin Lahbib hält weiter daran fest, bald in die Ukraine zu reisen zu wollen.  

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