Laden Video-Player ...

Stickstoff in Flandern: Jungbauern protestieren bei Ineos im Antwerpener Hafen

Erboste Jungbauern aus Flandern haben am Mittwochvormittag vor der Niederlassung des britischen Chemieunternehmens Ineos im Hafen von Antwerpen gegen die Stickstoff-Politik protestiert. Während in der Landwirtschaft immer strengere Stickstoff-Ausstoßnormen gelten, darf Ineos große Mengen dieses Schadstoffes ausstoßen.

Die Bauernproteste gegen die neuen Stickstoffnormen im belgischen Bundesland Flandern bleiben im Gegensatz zu denen in den Niederlanden zivilisiert. Jungbauern von Agrarverband „Groene Kring“ („Grüner Kreis“) zogen unter Polizeibegleitung mit 4 Traktoren vor die Tore von Ineos im Antwerpener Hafen, um dort ihren Unmut kundzutun.

Vor den Toren des britischen Chemieunternehmens kippten sie Milch aus. Ihnen stößt übel auf, dass die flämischen Landesbehörden Ineos erlauben, so viel Stickstoff auszustoßen, wie rund 100 Milchviehbetriebe. Und dies, während Flandern bereits unter hohen Stickstoffmengen leidet.

Bisher können wir alle noch ruhig halten und jeder glaubt noch an eine konstruktive Lösung. Wenn das mit der flämischen Regierung aber nicht geht, dann wird man bald etwas anderes sehen." 

Phille Renders, „Groene Kring“ Antwerpen

Währenddessen fürchten die jungen Landwirte um ihre Zukunft, wie Phille Renders vom „Groene Kring“ Antwerpen gegenüber VRT NWS sagte: „Wir wollen Unternehmerschaft, wir wollen eine Zukunftsperspektive für Industrie und Landwirtschaft. Doch dann müssen wir mit den gleichen Waffen kämpfen. Aber jetzt darf die Industrie so weitermachen wie bisher, weil sie viel mächtiger ist und wir, wir müssen weiter schrumpfen.“

Wenn sich nichts in ihrem Sinne in dieser Frage ändert, so der „Groene Kring“, werden die Proteste gegen die Stickstoffpolitik in Flandern vielleicht ebenfalls radikaler: „Bisher können wir alle noch ruhig halten und jeder glaubt noch an eine konstruktive Lösung. Wenn das mit der flämischen Regierung aber nicht geht, dann wird man bald etwas anderes sehen. Dies ist ein Notruf von unserer Seite.“ 

Meist gelesen auf VRT Nachrichten