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Borealis-Affäre: Bauunternehmen kündigt Zusammenarbeit mit seinem Subunternehmen

In der Affäre um Menschenausbeutung auf der Baustelle des Chemieunternehmens Borealis im Hafen von Antwerpen hat das beschuldigte italienische Bauunternehmen IREM die Zusammenarbeit mit einem Subunternehmen beendet.

IREM informierte in einer Pressemitteilung über die Entscheidung, die Zusammenarbeit mit seinem Subunternehmen Raj Bhar Engineering (R.B.E.) mit „sofortiger Wirkung“ zu beenden. R.B.E. hatte Arbeitskräfte auf der Borealis-Baustelle in Antwerpen für IREM zur Verfügung gestellt.

R.B.E. seinerseits bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur Belga, dass die Italiener die Zusammenarbeit beendet hätten. Gleichzeitig betont R.B.E., dass alle von dem Unternehmen in Belgien beschäftigten Arbeiter ordnungsgemäß registriert waren, auf einer portugiesischen Lohnliste standen und daher unmöglich illegal arbeiten konnten. R.B.E. behauptet auch, immer alle Steuern in Belgien korrekt gezahlt zu haben. 

R.B.E. hat nach eigenen Angaben Firmensitze in Kroatien, Portugal und Bangladesch.

IREM seinerseits bestreitet unterdessen weiterhin vehement jede Anschuldigung von betrügerischem Verhalten oder Menschenschmuggel. „IREM stellt mit Gewissheit fest, dass alle Arbeitnehmer verschiedener Nationalitäten korrekt entlohnt werden und somit viel mehr verdienen, als in einigen Medienberichten angegeben wird", schreibt IREM in seiner Pressemitteilung. Alle Mitarbeiter seien unter guten Bedingungen untergebracht gewesen.

Jedes Detail unserer Mitarbeiter wird überprüft.

Daniele Gibilisco, IREM Geschäftsführer für Nordeuropa

IREM zeigt sich außerdem zur engen Zusammenarbeit mit den belgischen Behörden zur Aufklärung der Anschuldigungen bereit. Der IREM-Geschäftsführer für Nordwesteuropa, Daniele Gibilisco, lässt sich von Belga mit den Worten zitieren: „Jedes administrative Detail im Zusammenhang mit der Einstellung unserer Mitarbeiter wird mit Hilfe eines Sozialsekretariats und spezialisierter Rechtsberater überprüft. Wir sind bereit, die entsprechenden Unterlagen zur Verfügung zu stellen.“

IREM habe den Willen, die Situation so schnell wie möglich klären.

Auf der Borealis-Baustelle im Hafen von Antwerpen sind nach Medienberichten der vergangenen Tage mehrere Dutzend Mitarbeiter zu menschenunwürdigen Verhältnissen eingestellt worden. Ihnen sei viel zu wenig Lohn gezahlt und sie seien unter erbärmlichen Umständen untergebracht worden, heißt es. Der Verdacht des Menschenhandels steht ebenfalls im Raum. 

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