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Brussels Airlines fliegt weiter mit Verlust, Lufthansa macht Gewinne

Die belgische Fluggesellschaft Brussels Airlines hat im ersten Halbjahr einen Verlust von 89 Millionen Euro erwirtschaftet. 

Besser als vor einem Jahr, schlechter als erhofft: So lässt sich das Halbjahresergebnis von Brussels Airlines zusammenfassen. Denn gegenüber dem Vorjahr ist die Bilanz in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres tatsächlich um 38 Prozent besser. Doch der noch relativ hohe Verlust von 89 Millionen Euro im operativen Geschäft (ebit) macht es unwahrscheinlich, dass Brussels Airlines am Ende des Jahres eine ausgeglichene Bilanz vorweisen kann. Was eigentlich das Ziel für 2022 war.

Trend zeigt nach oben

Jetzt wäre man bei der Fluggesellschaft froh, wenn man immerhin die zweite Jahreshälfte mit einer schwarzen Null beenden könnte. Damit bliebe die Jahresbilanz negativ, aber mit deutlichem Trend nach oben.

Dieser Trend nach oben hat die vergangenen Monate dank des wieder erstarkten Passagieraufkommens geprägt – trotz Inflation, hoher Treibstoffkosten und Streiks. Zu Beginn des Jahres litt die Fluggesellschaft noch unter den Folgen der Omikron-Krise, konnte sich danach aber berappeln. Insgesamt 2,73 Millionen Fluggäste transportierte Brussels Airlines von Januar bis Juni. Das sind dreimal so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Streik und Indexierung als Kostentreiber

Die Umsatzerlöse stiegen um 314 Millionen Euro auf 452 Millionen Euro. Die betrieblichen Aufwendungen stiegen um 282 Millionen Euro auf 572 Millionen Euro. Die Zahlen gab Brussels Airlines am Donnerstagmorgen bekannt.

„Nicht nur der Streik hat unsere Ergebnisse stark beeinträchtigt, sondern auch die automatische Indexierung in Belgien, die unsere Arbeitskosten um sechs Prozent in die Höhe getrieben hat“, kommentiert Finanzvorstand Nina Oewerdieck die Bilanzzahlen. Die immer noch sehr hohen Treibstoffpreise, die allgemeine Inflation in Verbindung mit dem aktuell hohen Dollarkurs sowie die Auswirkungen des Streiks hätten die Kosten weiter belastet, fügt sie hinzu.

Lufthansa wieder im Plus

Die Muttergesellschaft von Brussels Airlines, die deutsche Lufthansa AG, vermeldet hingegen bereits jetzt schwarze Zahlen. Der Gewinn im zweiten Quartal 2022 aus dem operativen Geschäft (Ebit) beläuft sich auf 393 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Vor Jahresfrist musste Lufthansa noch einen Verlust von 827 Millionen verkraften. Der Umsatz im zweiten Quartal stieg auf 8,5 Milliarden Euro, zweieinhalb Mal so viel wie ein Jahr zuvor. Für das Gesamtjahr erwartet Lufthansa einen Gewinn aus dem operativen Geschäft von mehr als einer halben Milliarde Euro.

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