Die Terroristen von Brüssel planten ursprünglich ein Attentat bei der Fußball-EM in Paris

Die islamistischen Terroristen, die am 22. März 2016 in Belgien am Brüsseler Nationalflughafen Zaventem und in der Metrostation Maalbeek Anschläge mit zahlreichen Toten und Verletzten verübten, planten ursprünglich am 10. Juni 2016 in Stade de France in Paris beim Auftaktspiel zur damaligen Fußball-Europameisterschaft zuzuschlagen. Dies meldeten der flämische Privatsender VTM und die Tageszeitung Het Laatste Nieuws, die Einblick in die Anklageakten vor dem Brüsseler Terrorprozess hatten.

Als die Terrorgruppe im März 2016 in Brüssel zugeschlagen hatte, kamen 32 Menschen ums Leben. Schon damals machten Gerüchte die Runde, dass die Terroristen die belgische Hauptstadt nicht unbedingt in Fokus hatten und dass Brüssel eher „zweite Wahl“ war.

Sie hatten hier entgegen ursprünglicher Pläne früher zugeschlagen, weil sie sich durch die Festnahme von Salah Abdeslam nur kurze Zeit zuvor in die Enge getrieben fühlten. Dies wurde den Ermittlern deutlich, als sie einen in einem Safehouse in Brüssel sichergestellten Computer analysierten bzw. die darauf enthaltenen Konversationen.

Daraus ist auch ersichtlich geworden, dass die islamistischen Terroristen eine lange Liste von möglichen Anschlagszielen führten - auch mit Zielen in Belgien: Kernkraftwerke, den Hafen von Antwerpen, die Armeekaserne von Flawinne in der Provinz Namür und nicht zuletzt die Amtswohnung des belgischen Premierministers im Regierungsviertel, wie VTM Nieuws und Het Laatste Nieuws dazu schreiben.

Die Staatsanwaltschaft bedauert diese Veröffentlichung

Die Bundesstaatsanwaltschaft in Brüssel bedauert, wie die belgische Presseagentur Belga dazu schreibt, dass diese beiden flämischen Medien diese Inhalte aus den Prozess- und Ermittlungsakten drei Monate vor dem Prozess gegen die Terroristen veröffentlich haben.

„Aus Respekt vor den Opfern und deren Angehörigen wollte die Staatsanwalt in gewissem Rahmen eine Vertraulichkeit zu diesen Dokumenten behalten, jedenfalls solange, wie nicht sicher ist, dass alle Nebenkläger und Zivilparteien diese empfangen haben“, so Eric Van Duyse, der Sprecher der Bundesstaatsanwaltschaft in Brüssel.

Gerichtsjournalisten erhalten im Allgemeinen eine Kopie der Akten vor Beginn eines solchen Prozesses, doch dies geschieht stets auf vertraulicher Basis. Normalerweise wird eine solche Akte erst dann veröffentlicht, wenn die der Generalstaatsanwalt am ersten Prozesstag vorgelesen hat. 

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