Flandern darf den Fischereisektor unterstützen: EU-Kommission stimmt Treibstoffzuschüssen zu

Die Europäische Kommission hat Anfang August grünes Licht für Unterstützungsmaßnahmen von Seiten der flämischen Landesregierung für die Fischerei gegeben. Dabei handelt es sich um Zuschüsse in Höhe von 600.000 € zur Kompensierung der derzeit hohen Treibstoffpreise, die auch die hiesige Fischereiflotte trifft.

Nicht zuletzt durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine sind die Energiepreise, die ohnehin bereits sehr hoch lagen, weiter drastisch angestiegen. Das sorgt für Probleme in den verschiedensten Wirtschaftszweiten. Davon ist auch die Fischerei nicht ausgenommen.

Die hohen Treibstoffpreise führen dazu, dass die belgischen Fischer, die allesamt Flamen sind bzw. die von flämischen Häfen aus auf Fang gehen, Verluste einfahren oder zeitweise gar nicht erst auslaufen - mit Arbeitslosigkeit für das Personal als Folge.

Emiel Brouckaert, der Direktor der flämischen Reedereizentrale, sagte  dazu letzte Woche gegenüber VRT NWS: „Viele fahren doch aus, weil sonst die gesamte Kette steckenbleibt. Wenn wir keinen Fisch liefern, können die Versteigerungen nicht mehr laufen und es kommt kein Fisch mehr in die Läden und die Restaurants. Der Fisch, den wir anliefern, sorgt für Arbeit für viele Menschen in dieser Kette.“

Jetzt beschloss die flämische Landwirtschafts- und Fischereiministerin Hilde Crevits (CD&V), dem Sektor 600.000 € aus der Landeskasse zukommen zu lassen, damit diese hohen Treibstoffpreise aufgefangen werden können. „Wir haben 60 Fischfangunternehmen. Das ist ein Zuschuss von 10.000 € pro Unternehmen. Das wird ein bisschen helfen, doch die Probleme sind damit noch nicht gelöst“, so Brouckaert dazu.

Anfang August gab die EU-Kommission der flämischen Regierung grünes Licht, um diesen Zuschuss zu vergeben. Die EU hat seit dem Ukraine-Konflikt einige Zuschussregelungen deutlich gelockert. Der aktuelle Zuschuss gilt rückwirkend für den Zeitraum Februar bis Juli 2022. Ein solcher Zuschuss darf sich auf bis zu 35.000 € belaufen. Die Fischer müssen dazu bis zum 1. September 2022 ihre entsprechenden Anträge gestellt haben. 

Die belgische Fischereiflotte schrumpft…

Innerhalb der vergangenen 20 Jahre ist die belgische Fischereiflotte um etwas die Hälfte geschrumpft. Im Jahr 2000 fuhren noch 127 in den flämischen Häfen gemeldeten Fischtrawler zur Hochseefischerei aus. Aktuell sind es nur noch 64 Fischerboote. Damit einher geht auch der Rückgang bei den professionellen Hochseefischern.

Vor 10 Jahren arbeiteten in diesem Sektor noch fast 440 Personen. Heute sind es nur noch knapp 370. Die meisten hier aktiven Berufsfischer sind Belgier, doch ein Drittel unter ihnen sind Niederländer. Im Gegensatz dazu ist sich die Menge des Fisches, der in Belgien importiert wird, seit 2000 um das Zweieinhalbfache auf 334.845 Tonnen im Jahr 2021 angestiegen. 

Evelyne jacq

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