Zu wenig Tiefgang: Probleme für die Schifffahrt am Kanal Gent-Terneuzen

North Sea Port, der Betreiber des Fusionshafens Gent-Vlissingen, ruft die Schiffahrt dazu auf, auf ihrem Weg durch den Kanal Gent-Terneuzen weniger Ladung aufzunehmen. Durch die anhaltende Trockenheit führt der Kanal weniger Wasser und damit schränkt sich auch der Tiefgang der Schiffe ein. Ein weiteres Problem ist hier, dass die Schleusen wegen des Niedrigwasser zu lange brauchen, bis sie voll- oder ablaufen, was zu Schiffsstaus führen kann.

Die flämischen Schifffahrtsbehörden und North Sea Port haben festgestellt, dass am Kanal Gent-Terneuzen derzeit nur ein Tiefgang für Binnen- und andere Schiffe von 12,35 Metern möglich ist. Normalerweise würde hier ein Tiefgang von 12,50 Metern gelten. 

„Das scheint nur ein kleiner Unterschied zu sein, doch für größere Seeschiffe, die 30.000 Tonnen befördern, ist das eine ganze Menge Ladung, die nicht transportiert werden können“, sagte Johan Bresseleers von North Sea Port in der vergangenen Woche gegenüber VRT NWS.

Das bedeutet, dass, wie auch bereits in den vergangenen zwei Jahren, die Schiffe auf dem Kanal nur mit weniger Ladung unterwegs sein dürfen. North Sea Port und die Schifffahrtsbehörden ermöglichen Schiffen, die über die Westerschelde den Kanal anlaufen, einen Teil ihrer Ladung auf Schubverbände umladen können. Vor dem Kanal warten diese Bargen auf Seeschiffe, die durch den Kanal den Hafen von Gent anlaufen müssen, um einen Teil deren Ladung zu übernehmen. 

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BELGA/HANDOUT

Probleme an den Schleusen bei Ebbe

Diese Schubschiffe befördern diese Ladungen dann zum gleichen Ziel wie die Seeschiffe durch den Kanal und durch dessen Schleusen. Das bedeutet aber auch, dass mehr Verkehr durch die langsamer arbeitenden Schleusen geführt werden muss, was wiederum zu Staus führen kann. Dies findet in beiden Richtungen statt, also weg aus Gent bzw. in Richtung Genter Seehafen.

Hinzu kommt noch, dass bei Ebbe in der Westerschelde weniger Wasser in den Kanal Gent-Terneuzen fließt, das an den Schleusen zeitweise für bis zu 8 Stunden Wartezeit bedeutet. Dieses Problem zieht sich auch weiter bis zum Schleusenkomplex von Evergem, wo die Schelde in Richtung Wallonie und Frankreich abbiegt. 

BELGA
foto Peter Hilz (C)

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