Die letzte Phase der Restaurierung des "Lamm Gottes" läuft an

Die dritte und letzte Phase der Restaurierung des Genter Flügelaltars „Die Anbetung des Lamm Gottes“ von den Gebrüdern Hubert und Jan Van Eyck in der St. Bavo-Kathedrale in Gent kann starten. Die flämische Landesregierung bezuschusst diese Arbeiten mit 1,5 Mio. €. Bis zum Frühjahr 2026 soll auch diese Restaurierungsphase abgeschlossen werden. Die Restaurierung des „Lamm Gottes“ läuft bereits seit 2012 und auch die letzte Phase kann wieder im Museum für Schöne Künste in Gent beobachtet werden.

Diese dritte und letzte Phase der Restaurierung des „Lamm Gottes“ wird zunächst wieder international ausgeschrieben. Die beiden vorangegangenen Restaurationen des Flügelaltars wurden vom Königlichen Institut für das Kunstpatrimonium durchgeführt. Die letzte Phase betrifft das oberste Register der zentralen Tafeln: Die thronende Maria, die thronende Gottheit und der thronende Johannes der Täufer (Foto oben).

„Eine wichtige Frage ist aber, ob die Gebrüder Van Eyck in der Mitte Gott oder Jesus Christus gemalt haben“, sagte Matthias Diependaele (N-VA), Flanderns Landesminister für das Kulturerbe: „Nach dieser letzten Restaurierungsphase werden alle 18 Tafeln zum ersten Mal seit 400 Jahren gemeinsam so zu sehen sein, wie sie die Gebrüder Van Eyck seinerzeit gemalt haben. Die vollständige Restauration des ‚Lamm Gottes‘ ist das Schlussstück der jahrelangen Restaurierung der Kathedrale und des Baus des neuen Besucherzentrums.“

Die Arbeiten werden vermutlich 2026 abgerundet. Während der Restaurierung werden die betroffenen Teile des Werks durch Farbdrucke ersetzt, während die anderen Tafeln an ihrem angestammten Platz bleiben. 

(Lesen Sie bitte unter der Illustration weiter)

"Die Anbetung des Lamm Gottes"

Besondere Herausforderungen für die Restauratoren

Auf die Restauratoren warten in dieser dritten und letzten Phase der Arbeiten besondere Herausforderungen, wie Projektmanagerin Maaike Blanche dazu erklärte: „In der ersten Phase werden die verschiedenen Farblagen fixiert und der Firnis entfernt. Danach werden die Übermalungen untersucht und ältere Retuschen und Übermalungen weggeholt. Zum Schluss werden reversible Retuschen auf die Lücken gegeben und es kommt ein neuer Lack. Wir wissen, dass es viele Übermalungen gibt, doch wir wissen nicht genau, was sich darunter verbirgt. Genauso, wie in den beiden vergangenen Phasen, beugt sich ein internationales Expertengremium über die möglichen Entdeckungen und die heiklen Punkte.“

Die größten Schwierigkeiten werden wohl die Restaurierung der Brokatbereiche bereiten, denn die Kleider der drei Figuren, die die noch zu bearbeitenden Tafeln darstellen, sind von Gold- und Silberstreifen durchzogen und von dünnen dreieckigen Zinnplättchen, die dort hineingepresst wurden. Doch damit nicht genug, so Projektmanagerin Blanche: „Auch die Seitenflügel, die Adam und Eva sowie die singenden und musizierenden Engel zeigen, haben ihre eigene Problematik. Adam und Eva wurden weitgehend übermalt und die Engel wurden vor einiger Zeit in zwei gesägt, um die Vorder- und die Rückseite gleichzeitig zeigen zu können.“ 

Auch dieses Mal können die Restaurierungsarbeiten im Genter Museum für Schöne Künste beobachtet werden

Meist gelesen auf VRT Nachrichten