Antwerpen wird zur drittfreundlichsten Fahrradstadt der Welt ernannt

Hinter Utrecht in den Niederlanden und Münster in Deutschland belegt Antwerpen in dem Global Bicylce Cities Index 2022 Platz drei. Der Antwerpener Radfahrerbund sieht die Platzierung kritisch.

Der Index wird von der internationalen Versicherungsagentur Luko erstellt. 90 Städte werden berücksichtigt. Der Index basiert auf einer Vielzahl von Daten wie zum Beispiel die Verfügbarkeit von Leihfahrrädern, die Zahl der Fahrradstationen, der Unfälle und tödlichen Unfälle mit Radfahrerbeteiligung, die Qualität der Infrastruktur, die Zahl der Fahrradgeschäfte in einer Stadt usw.

100 Punkte können erreicht werden. Spitzenreiter Utrecht kommt im aktuellen Ranking auf 77,84 Punkte, Münster auf 65,93. Antwerpen schafft 60,51 und kann sich damit nur hauchdünn vor Kopenhagen mit 60,46 Punkten und Amsterdam mit 60,24 Punkten behaupten. Zu Malmö auf Platz sechs mit 55,88 ist der Abstand dann schon wieder deutlicher.

Ich freue mich sehr über diesen dritten Patz.

Koen Kennis, Verkehrsschöffe Antwerpen

Das Ergebnis ruft in Antwerpen unterschiedliche Reaktionen hervor. Der in der Stadtregierung für Verkehr zuständige Schöffe Koen Kennis (N-VA) zeigt sich zufrieden: „Ich freue mich sehr über diesen dritten Platz, vor allem, weil er mit Zahlen belegt ist.“ Das Ergebnis spiegele die Anstrengungen wieder, Antwerpen gemeinsam mit den Bürgern in eine „echte Fahrradstadt zu verwandeln“. Gerade die Fahrradleihsysteme von Antwerpen würden in dem Index „sehr gut“ abschneiden. „Aber natürlich investieren wir auch weiterhin in die Infrastruktur“, betont Kennis. 

Indizes wie dieser vermitteln ein sehr verzerrtes Bild.

Renaat Van Hoof, Radfahrerbund Antwerpen

Kritisch dagegen die Reaktion beim Radfahrerbund (Fietserbond) in Antwerpen: „Indizes wie diese vermitteln ein sehr verzerrtes Bild“, sagt Sprecher Renaat Van Hoof. Es sei verständlich, dass Antwerpen in einigen Bereichen gut abschneide. Man müsse aber auch sehen, dass die Stadt ihren dritten Platz dank Veranstaltungen wie dem autofreien Sonntag erreicht habe. Bei der Infrastruktur schneide Antwerpen dagegen schlecht ab. „Wenn man sich die Investitionen Antwerpens in die Fahrradinfrastruktur ansieht, sind die unterdurchschnittlich“, sagt Van Hoof. 

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