Das Comic-Museum in Brüssel
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Idee aus Quebec - Brüssel versucht es: Museumsbesuch auf Krankenschein

Die Stadt Brüssel lanciert gemeinsam mit dem therapeutischen Dienst des Brugmann-Krankenhauses ein Testprojekt, bei dem Patienten quasi auf Krankenschein einen Museumsbesuch machen können. Ziel ist, Krankenhauspatienten durch eine kulturelle Aktivität moralisch zu unterstützen. Die Eintrittskarten für die Museumsbesuche werden von der Stadt Brüssel bezahlt. Das Projekt ist erstmal auf 6 Monate angesetzt.

Die Idee zu den Museumsbesuchen nach ärztlicher Empfehlung kommt aus der frankophonen Region Quebec in Kanada. Dort haben Ärzte die Möglichkeit, ein Museumsattest auszustellen, mit dem Patienten das Montreal Museum of Fine Arts besuchen können. In Brüssel soll das jetzt für die Patienten der psychiatrischen Tagesklinik Paul Sivadon möglich werden, eine Einrichtung des Brugmann-Krankenhauses.

Ist ein Arzt der Ansicht, dass ein Museumsbesuch bei einen Patienten der Psychiatrie einen heilsamen Effekt auslösen kann, dann darf er ihn zu einem Museumsbesuch „auf Krankenschein“ einladen.

„Spätestens seit Corona wissen wir, wie wichtig das mentale Wohlergehen ist. Das Projekt verfolgt ein zweiteiliges Ziel: Es fördert den Zugang zu Kultur für ein gesundheitlich sensibles Publikum, das sonst wenig oder gar keinen Zugang dazu hat. Daneben haben die Ärzte ein zusätzliches Instrument innerhalb der therapeutischen Behandlung,“ sagte Brüssels Kulturschöffin Delphine Houba (PS) zu dem Projekt.

Auf der jeweiligen ärztlichen Bescheinigung wird angedeutet, welches Museum ein Patient besuchen möchte und wie viele weitere Personen, z.B. Familienmitglieder, ihn oder sie begleiten. Der Arzt muss das Dokument offiziell unterzeichnen und die Stadt Brüssel bezahlt die Eintrittskarten für den Patienten und maximal drei Begleitpersonen. Das medizinische Attest erklärt zudem deutlich, wie die Museen mit den Angaben zum Schutz des Privatlebens der Patienten umzugehen haben.   

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