Der Verband der Ex-Kumpel aus den limburgischen Zechen ist nach Betrugsvorwürfen aufgelöst worden

Der Verband der ehemaligen Kumpel aus den Kohlezechen in der Provinz Limburg ist aufgelöst worden. Dieser Verband wird jetzt von der European Miners Association (EMA) abgelöst. Der limburgische Verband löst sich auf, nach dem ihr Vorsitzender und dessen Frau vor einigen Tagen festgenommen wurden. Den beiden wird ein schwerer Missbrauch von Finanzmitteln ihrer Vereinigung vorgeworfen.

Michiel Dylst, der Vorsitzende des Kumpelverbandes „KS-Vriendenkring“ (Freundeskreis der Kempischen Kohlezechen), und seine Frau sind am 7. September unter dem Verdacht, mehr als 1 Mio. € Mitgliedsgelder aus ihrer Vereinigung für private Zwecke, wie Luxusreisen und Ankäufe, missbraucht zu haben. Die beiden befinden sich noch stets in Untersuchungshaft.

Trotzdem gibt es noch Vereins- und Verbandsmitglieder, die nicht daran glauben, dass Dylst seine eigene Vereinigung um Mitgliedsgelder betrogen haben soll oder kann. Zu ihnen gehört Roger Vanlook, einer der engsten Mitarbeiter des langjährigen Vorsitzenden und einer der wichtigsten Streikführer der Kumpel aus den Zechen von Limburg.

Unglaubwürdig?

Vanlook hält die Summen z.B. für unwirklich: „Das Mitgliedsgeld liegt bei 25 €. Doch es gibt einige Leute, die mehr Geld überwiesen haben, um Anwälte zu bezahlen oder um die Organisation funktionieren zu lassen. Dass es hier im Millionen gehen soll, würde mich überraschen. Wir waren am Anfang rund 1.000 Mitglieder und jetzt sind es rund 5.000. Doch nicht alle von ihnen haben Mitgliedsbeiträge bezahlt. Ich kenne die Beträge nicht. Ich kann sie zwar informell anfragen, doch das scheint mit zu hoch.“

Abgehakt

Aber, andere Kumpel haben abgehakt nach den Betrugs- und Unterschlagungsvorwürfen gegen den Vorsitzenden. Franco Gasparella, ebenfalls ein führendes Mitglied des „KS-Vriendenkrings“, war gar nicht erst bei der Vorstellung der EMA in der früheren Waschkaue der Zeche Zolder (Foto oben): „Wir mussten schon individuelle Fehler des Vorsitzenden und der Verwaltungsratsmitglieder ausgleichen, doch das ist in das Akzeptieren von möglichen kriminellen Fakten eingeflossen, falls es die wirklich gibt. Es ist zu viel aufgeschoben und verschoben worden und es gab seltsame Berichte zur Maffia, die damit zu tun haben soll… Ich glaube nicht, dass sich ein Dienst, der sich mit den Renten der Bergleute befasst, auf solche Sachen einlassen sollte.“

Einsatz für entgangene Pensionen

Der Bergarbeiterverein „KS-Vriendenkring“ aus Limburg setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, dass ihnen der belgische Staat die Pensionen bezahlt, auf die sie ein Anrecht haben. Das sind legitime Forderungen, zu denen sich rückwirkend auch die Zahlung von Zinsen und Ausfallsummen gesellt. Doch wie Glaubwürdig ist eine solche Vereinigung, die sich mutmaßlich von ihrem Vorsitzenden betrügen lässt und nichts dagegen unternimmt, wenn Verdachtsmomente vorgelegen haben… 

Am 30. September vor genau 30 Jahren schloss in Limburg übrigens die letzte Zeche.

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