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Zwei weitere Vorfälle mit mindestens einem Todesfall nach Insulinvergabe in einem Wohnheim

Offenbar ermittelt die Justiz in zwei weiteren Fällen von gefährlicher Insulinvergabe in Pflege- und Wohnheimen in Flandern. Dabei ist mit Sicherheit eine Person gestorben. Dies sagte Landeswohlfahrtsministerin Hilde Crevits (CD&V) am Dienstag im flämischen Landesparlament. Seit einiger Zeit ermittelt Justiz und Polizei schon in zwei weiteren derartigen Fällen in Hasselt (Limburg) und in Oostrozebeke (Westflandern), bei denen es mehrere Tote gab.

Offenbar ist die verstorbene Person in einem der beiden neuen Fällen eines natürlichen Todes gestorben, teilte die Justiz zu den bekannten Fällen mit, auch wenn Ministerin Crevits diesen Sterbefall mit einer zu hohen verabreichten Menge Insulin in Verbindung brachte. 

Im zweiten Fall aber ermittelt die Polizei noch. Auf jeden Fall liegen verdächtige Todesfälle vor, die in Verbindung mit einer Insulinvergabe gebracht werden. 

Dabei wurde Bewohnern von Seniorenheimen entweder zu viel Insulin gespritzt oder aber es wurde betagten Personen Insulin verabreicht, die gar nicht an Diabetes litten.  

Ministerin Crevits sagte im flämischen Parlament, dass es offenbar Probleme bei der Vergabe von Medikamenten in Pflege- und Seniorenwohnheimen gibt. 

Doch in den meisten Fällen seien die Medikamente im Blut der Betroffenen nicht mehr nachzuvollziehen. Ähnliche Probleme führt die Inspektion der Landesagentur für Pflege und Gesundheit in Flandern an.

Diese muss jetzt im Auftrag des flämischen Gesundheitsministeriums nachprüfen, wie es um die Vergabe von Medikamenten in den Pflegeheimen steht. 

Damit sollen derartige Probleme vermieden oder schneller festgestellt werden. Die Ministerin erinnerte die Betreiber von Pflege- und Seniorenwohnheimen an deren Pflicht, solche Fälle der Gesundheitsinspektion zu melden. 

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