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Der Brüsseler Terrorprozess muss tatsächlich verschoben werden

Wie erwartet, muss der Prozess zu den Terroranschlägen auf Brüssel am 16. März 2016 verschoben werden. Grund dafür ist die Anordnung, die individuellen Glasboxen, in denen die Angeklagten dem Prozess folgen sollten, abgebaut und durch etwas anderes ersetzt werden müssen (siehe nebenstehenden Beitrag). Doch dies ist bis zum Prozessbeginn, der für den 10. Oktober 2022 angesetzt war, nicht zu schaffen.

Wann der Prozess, der wohl wichtigste und größte Prozess der letzten Jahre in Belgien, letztendlich stattfinden kann, ist bislang noch nicht geklärt. Das Verschieben dieses Verfahrens bringt einige Probleme mit sich. Eigentlich sollte ab dem 10. Oktober mit der Zusammenstellung des Schwurgerichts alles beginnen. Das eigentliche Verfahren sollte mit der bis dahin zusammengestellte, Volksjury am 13. Oktober anfangen.

Inzwischen legte die Gerichtsvorsitzende Laurence Massart (Video oben) an, eine Zwischenlösung zu optionieren. Sie schlug vor, die Jury zusammenzustellen, ohne das Panzerglas in den Boxen, damit diese aufwendige Prozedur abgeschlossen werden könne. Sie hoffte dadurch auf eine Entspannung der Lage und dass das eigentliche Verfahren dann drei Wochen später beginnen könne.

Doch diese Option ist nach Angaben des hier zuständigen belgischen Justizministeriums nicht möglich. Das bedeutet, dass jetzt hunderte Kandidaten, die zur Zusammenstellung des Geschworenengerichts eingeladen wurden, eine neue Vorladung bekommen. Beobachter sprechen von einem internationalen Gesichtsverlust für unser Land und die Anwälte der Opfer und der Kläger sind der Ansicht, dass das Ganze ein Schlag ins Gesicht ihrer Mandanten sei. 

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