Proteste gegen das Aus für Doel 3 und gegen den belgischen Atomausstieg

Vor dem Kernkraftwerk Doel bei Antwerpen hatten sich am Freitag dutzende Befürworter der Kernkraft versammelt, die gegen den gesetzlich vereinbarten Atomausstieg Belgiens protestierten und auch gegen das definitive Herunterfahrens des Atomreaktors Doel 3 an diesem Freitag (23. September). Unter den Protestierenden waren auch Politiker und Mitarbeiter des Kraftwerksbetreibers Engie.

Die Demonstranten fordern, dass der umstrittene Reaktor Doel 3 nicht heruntergefahren wird oder dass er zumindest später wieder ans Netz gehen soll. Die Demonstranten, allen voran Mitglieder der Bewegung „Stand Up For Nuclear Belgium“, wollen nicht, dass in dem Meiler Aktionen vorgenommen werden, die zur Folge haben, dass die Abschaltung unumkehrbar ist: „Unser Ziel ist, dass die Laufzeit von Doel 3 für die Zukunft verlängert wird.“ 

Ähnlich sehen dies auch die Mitglieder der Bewegung „Keep The Lights On“, eine Initiative von Unternehmern, Akademikern und Wissenschaftlern, die die Atomkraft befürworten.

Dieser Ansicht sind auch Mitglieder der flämischen Mehrheitspartei N-VA, die flämischen Nationaldemokraten. Jeroen Bergers z.B., der Vorsitzende der N-VA-Jugend, will, dass nachgeforscht wird, wie Doel 3 wieder in Betrieb genommen werden kann: „Diese Kernzentrale produziert klimafreundliche, saubere und günstige Energie. Das ist unbegreiflich.“

Eigentlich schauten alle anwesenden Demonstranten weiter als nur auf Doel 3, denn sie wollen den Atomausstieg verhindern und fordern den Erhalt aller AKW bzw. aller Reaktoren in den AKW.

Doch Peter Moens, der Direktor des Kernkraftwerks Doel - ein Befürworter der Atomenergie - gab zu verstehen, dass es für Doel 3 keinen Weg zurück gibt: „Wir machen hier nichts, das die Sicherheit in Gefahr bringen kann.“ Damit unterstrich er, dass es zu riskant ist, diesen inzwischen 40 Jahre alten Meiler am Netz zu belassen, Atomausstieg hin oder her…

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