Antwerpener Goldraffinerie verklagt die flämischen Grünen, die nicht schweigen wollen

Gegenwärtig läuft eine öffentliche Untersuchung über die Betriebsgenehmigung des Edelmetallverarbeitungsunternehmens Value Trading in der Jacob Jacobstraat in Antwerpen. Die flämische Grünenpartei Groen hat ein Flugblatt an die Anwohner verteilt, in dem sie aufgefordert werden, gegen die Präsenz der Raffinerie in ihrer Nachbarschaft Einspruch zu erheben. Nach Angaben von Value Trading enthält dieser Flyer falsche Angaben über die in der Fabrik verwendeten Schadstoffe.  

Laut Value Trading werden bei der Produktion im Unternehmen keine Schwermetalle wie Quecksilber, Arsen und Blei freigesetzt, wie es im Faltblatt der Grünen heißt. Diese wollen aus Unterlagen der Umweltbehörden erfahren haben, dass bei der Verarbeitung von Gold Metalle wie Kadmium in die Abwässer gelangen können. Das ist einer der Gründe, warum wir sagen, dass diese Fabrik nicht in einem Wohngebiet stehen sollte, empört sich Ilse Van Dienderen (Grüne). 

Unerhört finden die Grünen auch, dass sie ihre Meinung nicht sagen dürfen: “eindeutig eine Form der Einschüchterung", urteilt Van Dienderen. Zuvor hatte es auch Proteste der jüdischen Gemeinde in dem Wohnviertel gegeben, die über eine mögliche Verschmutzung und die Lagerung von gefährlichen Produkten sehr besorgt war. 

Vor sechs Monaten wurde dem Unternehmen trotz zahlreicher Proteste noch eine Betriebsgenehmigung für drei Jahre erteilt. Es musste jedoch einen konkreten Plan für die Verlagerung an einen Standort außerhalb des Wohngebiets ausarbeiten. Value Trading legte Einspruch ein, da die Frist zu kurz sei. Auch hiergegen legten die Anwohner Einspruch ein, da sie die Genehmigungsdauer ihrerseits immer noch für zu lang hielten.  

Grün geht vor Gericht

Die Grünenpartei hat nun einen Anwalt beauftragt, auf die Vorladung zu reagieren. Im Gegenzug werden sie Schadensersatz für ein erschwertes und rücksichtsloses Verfahren und die Einschüchterung von Bürgern in einer öffentlichen Untersuchung fordern.

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