Mehr als 34.500 Einzelhändler in Flandern haben dieses Jahr schon das Handtuch geworfen

Genau 34.513 Einzelhandelsgeschäfte und Gastronomiebetriebe in Flandern haben dieses Jahr schon ihre Bücher geschlossen. Das sind rund 8.000 mehr als in den Coronajahren 2020 und 2021, wie die flämische Sonntagszeitung De Zondag auf Basis von Trends Business Information meldete. Es ist davon auszugehen, dass noch mehr Geschäftsleute und Gastronomen diesem Trend notgedrungen folgen, denn die explodierenden Energiekosten helfen nicht gerade dabei, schwere Zeiten zu überleben.

Die Liste der Einzelhandels- oder Gastronomie-Unternehmen, die bis September 2022 ihren Laden dichtgemacht haben, ist beeindruckend: 141 selbständige Bäckereien oder Konditoreien, 98 Metzgereien, 650 kleinere Gastronomie-Unternehmen mit Essgelegenheit - Frittenbuden oder Kneipen, 714 Schönheits-Institute, 56 Damenboutiquen und 155 allgemeine Bekleidungsgeschäfte… Hinzu kommen zahlreiche Fachgeschäfte aller Art.

Nebenbei bemerkt: Hierbei handelt es sich fast nicht um Konkurse oder Pleiten, sondern im Geschäftsleute, die sich selbst entschlossen haben, ihre Aktivitäten zu beenden, weil sie nichts mehr einbringen. Die Gründe liegen auf der Hand, so De Zondag: Krieg in der Ukraine, hohe Energiepreise, sinkende Kaufkraft durch die hohe Inflation oder durch die Zurückhaltung der Verbraucher…

Die meisten von ihnen haben die Coronajahre 2020 und 2021, zwar mit Umsatzrückgängen, noch überleben können, doch jetzt haben sie kaum noch oder gar keine Reserven mehr und machen lieber die Bücher zu, bevor es zu spät ist. Hilfen von Seiten des belgischen Staates reichen nicht und auf flämischer Landesebene ist bisher noch nichts beschlossen worden. 

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