Unsichere Parkplatz-Apps: Privacy-Schutz? Weit gefehlt!

Wer mit einer Parking-App seinen Wagen auf Parkplätzen mit Nummernschild-Erkennung abstellen will, der riskiert, dass man herausfinden kann, wer man ist und wo man wohnt bzw. wer der Halter eines Fahrzeugs ist. Dies fand Inti De Ceukelaere, ein ethischer Hacker aus Flandern heraus. Das Problem taucht nicht nur in Belgien auf, ist aber hier besonders gravierend. 

Das Problem der Unsicherheit von Parkpalzt-Apps kommt offenbar in ganz Europa vor, doch in Belgien, ein Land mit besonders vielen Parkplätzen, die über das Kennzeichen der Fahrzeuge abgerechnet werden, ist das Risiko wohl am größten. Der Parkplatzanbieter Indigo arbeitet mit einer solchen App. Der ethische Hacker Inti De Ceuckelaere fand heraus, dass man hier über die Autokennzeichen Personen aufspüren kann.

Man kann quasi jedes mögliche Kennzeichen nutzen. Der Hacker versuchte über die entsprechenden Parkplatz-Apps die Kennzeichen von 120 Fahrzeugen zu durchleuchten, um herauszufinden, wem die Wagen gehörten. Und bei jedem 4. Kennzeichen ist ihm dies gelungen. Das dies zu Missbrauch führen kann und führt, liegt auf der Hand. 

Wo man parkt, zeigt, wo man hingeht und was man macht. Und viele Leute präsentieren ihre Boliden mit Kennzeichen in den sozialen Medien. So ist es sehr leicht, an interessante Daten und Angaben zu kommen.“

Inti De Ceukelaere, ethischer Hacker

Dies ist ein Problem, dass überall in Europa vorkommt. Ein großes Risiko birgt offenbar auch die kostenlose Parkplatz-App „4411“, über die ebenfalls persönliche Angaben abgerufen werden können. Hacker De Ceuclelaere, der ein entsprechendes Programm entwarf, rechnet aus: „Mit einer Parkplatzgebühr von rund 8,25 € pro erfolgreich geknacktes Fahrzeug ist man zehnmal billiger dran, als wenn man einen Privatdetektiven engagiert…“

Kriminelle, die über ein bisschen technologischen Sachverstand verfügen und die Programme schreiben können, haben es leicht, um hier aktiv zu werden. „Wo man parkt, zeigt, wo man hingeht und was man macht. Und viele Leute präsentieren ihre Boliden mit Kennzeichen in den sozialen Medien. So ist es sehr leicht, an interessante Daten und Angaben zu kommen“, warnt der ethische Hacker.  

Inti De Ceukelaere
Der Weg geradeaus, um gehackt zu werden...
Belga Images

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