Das AKW Tihange in Huy bei Lüttich (Archivfoto)

Der Kernreaktor Tihange 3 hat sich unerwartet abgeschaltet

Der Reaktor Tihange 3 im gleichnamigen Atomkraftwerk bei Huy in der Nähe von Lüttich hat sich am Montagmorgen um 8 Uhr 25 selbst abgeschaltet. Die Anlage wurde „in einen sicheren Zustand gebracht.“ Dies bestätigte Kraftwerksbetreiber Engie Electrabel. Grund für die Abschaltung war ein Druckabfall in einer Warmwasserleitung. Möglicherweise kann der Meiler am Mittwoch wieder hochgefahren werden. 

„Das Personal hat Tihange 3 heute Morgen in einen sicheren Zustand gebracht“, hieß es am Montagvormittag von Seiten des Kraftwerksbetreibers Engie Electrabel. Was genau zu dieser Abschaltung geführt hatte, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Doch im Laufe des Tages wurde das technische Problem bekannt, dass zu dieser automatischen Abschaltung geführt hat. Ein Stromgenerator, der warmes Wasser aus dem nuklearen Bereich in den nicht-nuklearen Bereich leitet, wo es in Strom umgewandelt wird, wies einen Druckabfall auf. „Die präzise Ursache dieses Druckabfalls wird jetzt analysiert“, so Engie-Sprecherin Hellen Smets: „Das hat keine Folgen für die Sicherheit unserer Anlagen oder für unsere Arbeitnehmer und die Umwelt. Die automatische Abschaltung erfolgte nach Plan.“

Möglicherweise kann der Meiler Tihange 3 schon am Mittwoch wieder hochgefahren und ans Netz gelegt werden. „Wird sich diese Einschätzung noch verändern, werden wir das dem Markt sofort mitteilen“, so Smets weiter. Laut Stromnetzbestreiber Elia ist diese Panne kein Problem für die Stromversorgung in Belgien. Alle 5 anderen aktiven Meiler produzieren Elektrizität und schließlich seien der Winter und die kalten Jahreszeiten noch nicht angebrochen. 

Der Reaktor, der eine Leistung von 1.038 Megawatt hat, fiel am Montagmorgen unerwartet nach einem Problem aus und schaltete sich ab. Belgien verfügt derzeit noch über 6 Reaktoren in den beiden AKW Tihange bei Lüttich und Doel bei Antwerpen. 

Ursprünglich wurde in 7 Meilern Strom produziert, doch der Reaktor Doel 3 wurde im Zuge des belgischen Atomausstiegs am 23. September abgeschaltet und vom Netz genommen. Tihange 3 ist einer der drei belgischen Meiler, die über eine Leistung von mehr als 1.000 Megawatt verfügen. 

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