Belgien will bis 2026 eine Energie-Insel vor der Küste in Betrieb nehmen

Vor der belgischen Küste soll bis 2026 die sogenannte „Prinzessin Elisabeth-Insel“ entstehen. Diese Insel soll eine Energie-Insel werden, von der aus das Festland mittelfristig mit Elektrizität versorgt werden soll, die auf den Offshore-Windkraftanlagen in der Nordsee produziert wird. Gebaut wird sie vom belgischen Hochspannungs-Netzbetreiber Elia. 

Diese Insel wird rund 45 Kilometer vor der belgischen Nordseeküste entstehen und etwa 5 Hektar Fläche haben. Sie wird in der Prinzessin Elisabeth-Zone entstehen, eine Zone, auf der Belgien weitere Windparks errichten lassen will - zusätzlich zu denen, die bereits bestehen und produzieren.

Die „Prinzessin Elisabeth-Insel“ wird zwei Rollen übernehmen. Zum einen fließt hier die gesamte Elektrizität zusammen, die mit den Offshore-Windparks auf belgischem Nordseegebiet produziert wird, um von hier aus zum Festland weitergeleitet wird.

Zum anderen wird sie ein zentraler Anschlusspunkt für die zukünftigen „Inter-Konnektoren“ - grenzüberschreitende unterirdische Hochspannungslinien, die das belgische Netz z.B. mit Großbritannien und mit Dänemark verbinden - sein. Mit beiden Ländern hat Belgien eine enge Zusammenarbeit in Sachen Windenergie vereinbart.

Der Bau der Energie-Insel soll rund 450 Mio. € kosten, doch insgesamt wird sich die Investition auf bis zu 2 Mia. € belaufen, wenn man die gesamte Infrastruktur hinzurechnet: Die Anschlüsse, die „Inter-Konnektoren“ und die Kabel für die entsprechenden Hochspannungslinien. Ein Teil der Investitionen wird mit Mitteln der EU finanziert.

Der Bau dieser Insel gilt nach Ansicht von Hochspannungs-Netzbetreiber Elia, als Weltpremiere und gehört zum Vorhaben der belgischen Bundesregierung, die Kapazität von Windenergie von heute 2,2 Gigawatt auf 8 Gigawatt bis 2040 zu steigern. 

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