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Außenministerin Hadja Lhabib trägt OneLove-Binde bei Gespräch mit FIFA-Chef Infantino

Mehr Aufsehen als die Roten Teufel konnte die belgische Außenministerin Hadja Lahbib beim WM-Auftakt erregen. Kurz vor dem Anpfiff unterhielt Lahbib (französischsprachige Liberale, MR) sich kurz mit FIFA-Chef Gianni Infantino. Dabei trug sie die umstrittene OneLove-Binde, Symbol für Inklusion und Vielfalt, das die FIFA den Nationalmannschaften verboten hat. 

Bei der Weltmeisterschaft in Katar steht, neben dem sportlichen Geschehen, auch die Politik im Mittelpunkt. Unter anderem die Haltung Katars gegenüber der LGBTQ-Gemeinschaft. Sieben europäische Fußballnationen wollten die OneLove-Binde während ihrer Spiele tragen, um ein Zeichen zu setzen, darunter auch Belgien. 

Doch Anfang der Woche entschied der Weltfußballverband FIFA, dass das Tragen der Armbinde nicht nur finanziell, sondern auch sportlich bestraft wird. Daraufhin sahen die Fußballnationen von ihrem Vorhaben ab. Belgien musste auch seine Auswärtstrikots wegen der Regenbogenfarben und der Aufschrift "Love" auf dem Kragen ändern. 

Die Entscheidung der FIFA löste einen Sturm der Entrüstung aus. Inzwischen sind Regenbogenfarben und das OneLove-Armband als Statement in Katar bereits mehrfach aufgetaucht. Die belgische Außenministerin Hadja Lahbib besuchte gestern das Eröffnungsspiel der Roten Teufel. Der niederländische Fernsehsender NOS konnte mit der Kamera festhalten, wie sie sich auf der Tribüne mit FIFA-Chef Gianni Infantino unterhielt:  

Werte versus Gas

Es ist Tradition, dass Staatsoberhäupter und andere Würdenträger in das Land reisen, in dem die Fußballweltmeisterschaft stattfindet, um die Nationalmannschaft von einem prominenten Platz im Stadion anzufeuern. Aber dieses Jahr ist alles etwas anders. Katar schneidet bei den Menschen- und Umweltrechten schlecht ab, so dass kein Staats- oder Regierungschef nach Katar reisen wollte. Andererseits ist Katar zu einem wichtigen Gaslieferanten geworden, der eine Alternative zum russischen Gas darstellt. Letzte Woche hat Belgien beschlossen, dass Außenminister Lahbib ein Spiel der Roten Teufel besuchen wird. 

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