Haben Lehrkräfte einer Schule in Ninove autistische Schulkinder misshandelt?

In Ninove in der Provinz Ostflandern wird eine interne Untersuchung in einer Sekundarschule des flämischen Gemeinschaftsschulwesens GO! nach Vorwürfen gegen Lehrkräfte geführt, die Schulkinder mit Autismus gegenüber grenzüberschreitendes Verhalten an den Tag gelegt haben sollen. Eine entsprechende Meldung der flämischen Tageszeitung Het Laatste Nieuws wurde VRT NWS gegenüber von der Schuldirektion bestätigt.

Die betroffene Sekundarschule in Ninove ist bekannt dafür, dass sie ein spezielles Unterrichtsmodell anbietet, bei dem mit Förderschulen zusammengearbeitet wird. In einigen Klassen werden Kinder im Alter von 12 und 13 Jahren, die an Autismus leiden, gemeinsam mit Schulkindern aus dem „normalen“ Sekundarschulbereich unterrichtet.

Doch in diesem Zusammenhang sollen Lehrkräfte eben solche autistische Kinder misshandelt haben, wie deren Kollegen der Schuldirektion meldeten. Die Vorwürfe sollen schwer wiegen. Es ist hier die Rede davon, dass Lehrpersonen autistische Kinder ausgelacht, erniedrigt und gemobbt haben sollen. Es sollen auch autistische Schulkinder in Klassenräumen eingesperrt gewesen oder an ihren Stühlen mit Tape festgeklebt worden sein.

Davon wurden sogar Fotos in einer WhatsApp-Lehrergruppe veröffentlicht. Einer der Lehrpersonen, die diese Bilder sehen konnten, meldete den Fall der Schuldirektion und zwar bereits im April 2021. Ein Lehrer wurde daraufhin verwarnt, konnte aber im Schulbetrieb weitermachen. 

Erst als sich der beunruhigte Lehrer im Juni 2022 an die Direktion der GO!-Schulengruppe wandte, kam Bewegung in den Fall und es kam zu der internen Untersuchung in der Schule von Ninove. Bei GO! hieß es dazu, dass jetzt passende Maßnahmen gegen die umstrittene Lehrergruppe ergriffen werden. Der vorher gerügte Lehrer ist inzwischen präventiv freigestellt worden. 

Die betroffenen Eltern reagierten am Feitagmorgen beunruhigt und einige wurden in der Direktion der betroffenen Schule vorstellig. Sie hatten zwar von einigen Kindern Andeutungen zu den oben genannten Fakten vernommen, doch dass es so schlimm war, ahnten sie nicht. Die Frage, die sich jetzt stellt ist, ob die Eltern der an Autismusstörungen leidenden Kinder, diese jetzt von der Schule nehmen. 

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