Festnahmen nach den Fußball-Krawallen in Brüssel - Randale auch in anderen Städten

Nach dem 0:2-Sieg Marokkos gegen Belgien bei der Fußball-WM in Katar sind am Sonntagnachmittag in Brüssel Krawalle schwere ausgebrochen (wir berichteten). Gegen 19 Uhr am Sonntagabend kehrte wieder Ruhe ein. Auch in anderen Brüsseler Ortsteilen und in weiteren Städten in Belgien kam es nach dem Schlusspfiff in Katar zu Krawallen.

Zahlreiche Jugendliche hatten nach dem WM-Spiel Belgien gegen Marokko in der Zuidlaan in Brüssel (zwischen der Börse und dem Bahnhof Süd/Midi) Steps und Autos angezündet und anderen zum Teil schwere Sachbeschädigungen angerichtet. Nicht zuletzt wurden auch die Ordnungskräfte attackiert und auch Journalisten. Ein Übertragungswagen der VRT wurde mit Gegenständen beworfen, wobei zum Glück nur eine Scheibe zerbrach. Eine Journalistin der RTBF hingegen wurden durch einen Feuerwerkskörper im Gesicht verletzt.

Die Polizei nahm 10 Personen zur Feststellung ihrer Identität fest und eine Person wird den Haftrichter vorgeführt. Um die Mange der Randalierer auseinander zu treiben, mussten die Ordnungskräfte auch einen Wasserwerfer einsetzen. Gegen 19 Uhr am Sonntagabend kehrte wieder Ruhe in der Zuidlaan. Die Metrostation Lemmonier ist auch am Montag noch geschlossen, nach dem Randalierer die Ein- und Ausgänge beschädigt hatten.

Bei den anschließenden Aufräumarbeiten halfen übrigens Fußballfans. Viele belgische und marokkanische Fußballfans feierten in der belgischen Hauptstadt aber auch gemeinsam und friedlich ein Fußballfest. Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) verurteilte die Krawalle nach dem Spiel: „Fußball muss ein Fest sein.“ 

Reaktionen

Bundesinnenministerin Annelies Verlinden (CD&V) fand es bedauerlich, „einige wenige eine solche Situation missbrauchen, um Randale zu machen.“ Brüssels Bürgermeister Philippe Close (PS) nannte die Krawallmacher „Abschaum, der nicht in Brüssel ist, um zu supporten sondern um Randale zu veranstalten.“ Vincent Houssin von der Polizeigewerkschaft VSOA wiederum legte die Verantwortung bei der Politik: „In Brüssel gibt es dutzende No-Go-Areas, doch die Politik weigert sich, darauf einzugehen.“ 

Randale auch an anderen Stellen

Auch in anderen Brüsseler Ortsteilen kam es nach dem WM-Spiel zu Randale, z.B. am Paviljoenplein in Schaarbeek, an den Zwarte Vijvers in Sint-Jans-Molenbeek und am Barraplein in Anderlecht. Auch hier griff die Brüsseler Polizei, die auf diese Krawalle vorbereitet war, entschieden ein.

In Antwerpen randalierten Jugendliche in der Einkaufsmeile Meir, die zum 1. Advent und zum Black Friday-Wochenende mit geöffneten Geschäften lockte. Hier wurde Straßenmobiliar beschädigt und in einigen Läden kam es zu Plünderungen. Dabei wurden etwa ein Dutzend Personen festgenommen. Auch andernorts in Antwerpen kam es zu Zwischenfällen. In Borgerhout wurde eine Journalistin des Privatsenders VTM angegriffen.

Krawalle nach dem Fußballspiel gab es auch in Lüttich, wo z.B. kurz nach Spielende eine Polizeiwache im Stadtteil Droixhe angegriffen wurde. An der Place Saint-Lambert wurde Weihnachtsdekoration beschädigt und es wurden Fenster eingeschlagen. In einigen Straßen wurden auch Nightshops angegriffen und verwüstet.    

Die Antwerpener Polizei muss bei den Krawallen einschreiten

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