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Marokko-Fans bilden Menschenkette, um Ausschreitungen in Brüssel zu vermeiden

Nach dem Sieg von Marokko über Kanada bei der Weltmeisterschaft gingen viele Fußballfans auf die Straße, die meisten, um zu feiern. In Brüssel wie in Antwerpen herrschte zumeist Ausgelassenheit. In beiden Städten drohte ein harter Kern aber auch wieder mit Randale und Zerstörung. Dass sich die Szenen vom vergangenen Sonntag nicht wiederholen konnten, lag u. a. daran, dass Erwachsene Menschenketten bildeten, um Ausschreitungen zu verhindern. 

"Das Bild des Abends", so beschrieb der VRT-NWS-Journalist Jens Franssen am Donnerstagabend im Radio die Menschenkette in der Brüsseler Innenstadt. Franssen war vor Ort, um über die Feiern nach der Qualifikation der marokkanischen Fußballnationalmannschaft für das Achtelfinale der Fußballweltmeisterschaft zu berichten.  

"Hunderte von jungen Leuten hatten sich in der Umgebung des Bahnhofs Brüssel Zuid versammelt. Die Stimmung war sehr ausgelassen, wurde dann aber bedrohlicher. Als die Polizei eingreifen wollte, bildeten viele Jugendliche und Erwachsene eine Menschenkette, um die Gemüter auf der anderen Seite zu beruhigen. Zwar blieb es noch eine Zeit lang unruhig und die Polizei massiv präsent, aber es kehrte dann doch Ruhe ein.

Antwerpen

Auch in Antwerpen war die Stimmung zeitweise aufgeheizt, doch blieben größere Brandstiftungen aus, berichtete der Reporter Yves Borms von der Turnhoutsebaan in Borgerhout. "Die Atmosphäre ist ausgelassen, aber es gibt auch Spannungen. Die Leute wollen feiern. Viele alteingesessene Einwohner und Nachbarn versuchen, die Jugendlichen zu beruhigen. Es scheint ihnen ganz gut zu gelingen."   

VRT-Kamerateam wird von Umstehenden vor ausgelassenen Fans' geschützt.

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Auch dort hat übrigens eine Menschenkette dazu beigetragen, Schlimmeres zu verhindern, bestätigt Willem Migom von der Antwerpener Polizei: "Wir möchten die Bemühungen der Jugendbetreuer und der Älteren hervorheben, die in Absprache mit der Polizei so viel wie möglich mit den Jugendlichen gesprochen haben, um eine Eskalation zu vermeiden. Auf dem Astridplein hinderte eine Menschenkette eine Gruppe von Randalierern daran, auf die Polizei loszugehen. Das können wir nur begrüßen." 

Später am Abend musste die Polizei Wasserwerfer gegen harte Kerne auf der Turnhoutsebaan und dem Sint-Bernardsesteenweg einsetzen. Polizisten in Zivil, die zu schlichten versuchten, waren belagert worden. Vier Personen wurden festgenommen. Auf der Turnhoutsebaan hat die Polizei, die letzten Hitzköpfe umzingelt und festgenommen. 

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