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Teil des Hitler-Atlantikwalls bei Arbeiten an der Kanalisation in Knokke-Heist freigelegt

Bauarbeiter haben einen unbefestigten Bunker ausgegraben, der Teil des von Nazi-Deutschland der während des zweiten Weltkriegs angelegten Atlantikwalls war. Der Atlantikwall war ein umfangreiches System von Küstenschutzanlagen und Befestigungen, das entlang der Küste des europäischen Festlandes von Skandinavien bis zum Südwesten Frankreichs in Erwartung einer alliierten Invasion des von Deutschland besetzten Europas errichtet wurde. Der Bunker (Foto) wird nicht in seiner Gesamtheit ausgegraben. Archäologen werden den Bunker vermessen, bevor er teilweise abgerissen wird, um an dort einen neuen Abschnitt der Kanalisation zu verlegen. 

Die Entdeckung wurde in „Het Binnenhof“, einer Straße in der westflämischen Küstengemeinde Knokke-Heist, gemacht. Dort finden derzeit Arbeiten an der Kanalisation statt. Der Bunker ist Teil des Atlantikwalls, einer rund 5.000 Kilometer langen Verteidigungslinie, die Adolf Hitler bauen ließ, um eine Invasion der Alliierten zu verhindern. Im vergangenen Jahr wurde bei Kanalisationsarbeiten in Knokke-Heist schon ein weiterer Atlantikwall-Bunker freigelegt.

Der für die öffentlichen Arbeiten in Knokke-Heist zuständige Beigeordnete Jan Morbee sagte gegenüber VRT NWS: "Wir waren uns zu 99 % sicher, dass sich unter der Straße „Het Binnenhof“ ein Bunker befand. Er war uns auf einigen Karten aufgefallen, so dass wir darauf vorbereitet waren. Leider können wir den Bunker nicht erhalten. Es ist technisch nicht möglich, ihn komplett abzureißen, also wird wohl ein Teil davon stehen bleiben."

Der Bunker wird nun von einem Archäologenteam vermessen und teilweise abgerissen, damit das Abwassersystem in einer Tiefe von 4,35 Metern verlegt werden kann.

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