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Aktivisten von BOS+ pflanzen illegal Bäume auf öffentlichem Gelände in Flandern an

Rund 100 Aktivisten von BOS+, eine flämische Vereinigung, die sich für mehr und bessere Wälder einsetzt, hat in der Nacht zum Dienstag in Oudenaarde in der Provinz Ostflandern illegal Bäume gepflanzt. Die Aktion fand auf einem brachliegenden Gelände der flämischen Behörde für Wasserwege, Vlaamse Waterweg nv, am Ufer der Schelde statt. Die Behörde will den illegalen Wald allerdings abreißen... 

Am gleichen Tag vor genau 11 Jahren hatte BOS+ an der gleichen Stelle schon einmal eine solche Aktion durchgeführt. Damals sollte das Versagen der Waldpolitik der seinerzeit im Amt befindlichen Landesumweltministerin Joke Schauvlieghe (CD&V) kritisiert werden. Damals wurden hier 2.750 Bäumchen gepflanzt, die allerdings nach Absprache mit BOS+ umgepflanzt wurden, da die flämischen Landesbehörden mit diesen Parzellen andere "dringende" Pläne hatte.

Doch seit dem liegt dieses Gelände wieder genau so da, wie seit der Umpflanzung der BOS+-Bäume, wie der Direktor der Vereinigung, Bert De Somviele, gegenüber VRT NWS erzählte: "Diese Aktion ist nicht nur ein Signal an die Wasserwege-Behörde, sondern auch an alle flämischen Ämter, Behörden und Ministerien, die zusammen über tausende Hektar ungenutzte und direkt zu bewaldende Fläche verfügen. Trotzdem gibt es keine einzige seriöse Anstrengung, um die flämischen Bewaldungsziele zu realisieren."

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Eigentlich will und soll Landesumweltministerin Zuhal Demir (N-VA) mit ihren Behörden bis 2024 rund 4.000 Hektar neuen Wald schaffen, doch dies sei nicht zu schaffen, so De Somviele: "Die Suche nach geeignetem Grund ist der Stolperstein, um das umzusetzen. Gleichzeitig verfügen die flämischen Verwaltungen über tausende Hektar Grund, doch sie bewegen sich keinen Meter, um hier neuen Wald anzupflanzen."

Damit würden die Verwaltungen das Vorhaben ihrer eigenen Behörden sabotieren: "Mit dieser Aktion wollen wir auf diese schizophrene Situation Aufmerksam machen und wir wollen dazu aufrufen, endlich etwas zu tun." BOS+ befindet sich mit dieser Aktion auf dem schmalen Grad des zivilen Ungehorsams: "BOS+ ist dazu bereit, davon die juristischen Folgen zu tragen, denn wir sind der Ansicht, dass sich dies im Rahmen des gesellschaftlichen Belangs befindet und dass dies wichtiger ist als das, was wir verlieren könnten." 

Die flämische Wasserwege-Verwaltung teilte inzwischen mit, dass sie den illegal gepflanzten Wald abreissen werde, denn man brauche das Gelände für "andere Zwecke". Das niederländische Wort "bos" steht übrigens für "Wald"

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