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Gaspreis leicht gestiegen: Die Belgier verbrauchen wieder etwas mehr Gas

Durch das nasskalte Winterwetter wird auch in den Haushalten in Belgien wieder mehr geheizt. Dadurch wurde hierzulande etwa die Hälfte mehr Gas verbraucht, als noch vor einigen Wochen. Doch das lag am viel zu milden Herbstwetter in diesem Jahr. Vorerst wird aber kein starker Gaspreisanstieg erwartet. 

Vergleicht man den Gasverbrauch in Belgien mit dem des vergangenen Jahres, dann wurden in 2022 bisher rund 15 % weniger Gas verbraucht, als 2021. Das ist deutlich eine Folge der aktuellen Energiekrise, also konkret der dadurch steigenden Gaspreisen. Viele Haushalte setzen ihre Gasheizungen seit dem bewusster ein, um Energie zu sparen.

Doch jetzt, wo der Gasverbrauch durch die Kälte wieder etwas steigt, steigen auch die Gaspreise am Markt wieder, wie Joannes Laveyne, Energieexperte an der Universität Gent (UGent) dazu gegenüber VRT NWS sagte:

„Wir sehen, dass der Gaspreis wieder ein kleines bisschen steigt. Heute sind da wieder ungefähr 5 % hinzugekommen. In den letzten Monaten lag alles ein wenig bei einem relativ stabilen Preis. Der ist noch immer sehr hoch, sechsmal höher als vor der Ukrainekrise. Doch er bleibt vorläufig noch stabil.“

Laveye geht nicht davon aus, dass sich die Preise jetzt stark erhöhen oder sich dem höheren Verbrauch entsprechend höher anpasst: „Die Anlieferung von Gas ist relativ stabil, doch der echte Test wird nach dem Ende des Winters kommen. Wenn dann die Gasvorräte leer werden, werden wir sehen, wie sich die Preise gestalten.“  

Niedrigere Energieverträge?

Dem entgegen meldet der belgische Energieregulator, der die Entwicklung der Gaspreise an den Märkten beobachtet, dass Preise für neue Energieverträge im November im Vergleich zum Vormonat Oktober um 20 % gesunken seien.

Dazu schreibt die frankophone Wirtschaftszeitung L’Echo am Dienstag, dass Verbraucher für im Oktober abgeschlossene Energieverträge durchschnittlich 5.900 € pro Jahr zahlen müssen. Davon würden alleine mehr als 3.500 € für das Gas entfallen.

Im November seien die entsprechenden Beträge auf 4.800 € für Strom und Gas pro Jahr gesunken. Hier wird mit sinkenden Gaspreisen am Markt argumentiert. Doch auch die Regulierungsbehörde geht wieder von höheren Gaspreisen ab dem Jahreswechsel aus.  

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