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"Close" von Lukas Dhont ist für einen Oscar nominiert

Der Streifen „Close“ ist seit seiner Premiere am Jahresanfang 2022 beim Filmfest von Cannes im Gespräch und er bekam nicht nur dort Preise. Einen Golden Globe bekam der Film des belgischen Regisseurs Lukas Dhont („Girls“) nicht aber am Dienstag kam die Meldung, dass „Close“ für einen Oscar nominiert wurde.

„Close“ ist einer der fünf nominierten Streifen in der Kategorie „Bester internationaler Film“ bei den Oscars, wohl die wichtigsten Auszeichnungen weltweit. Dhont könnte also der erste belgische Filmemacher und Regisseure werden, der einen Oscar für einen Langspielfilm gewinnt…

Was 2019 mit „Girls“ nicht geklappt hatte, eine Oscar-Nominierung, ist Lukas Dhont mit „Close“ jetzt gelungen. Doch die Konkurrenz ist stark besonders mit „Im Westen nichts Neues“ (Deutschland) aber auch mit „Argentina, 1985“ (Argentinien), „Eo“ (Polen) und „The quiet girls“ (Irland). Ob es diesen Oscar für den besten internationalen Film für den Belgier geben wird, wissen wir aber erst am 12. März, denn dann werden diese begehrtesten Filmpreise in Los Angeles vergeben.

Bisher hat es noch kein belgischer Film geschafft, mit einem Oscar ausgezeichnet zu werden. Zuletzt versuchte dies 2014 Felix van Groeningen mit einer Nominierung für „The broken circle breakdown“. Andere Filme aus unserem Land mit einer Oscar-Nominierung waren „Rundskop“ von Michaël R. Roskam, „Iedereen beroemd!“ von Dominique Deruddere, „Daens“ von Stijn Coninx, „Farinelli“ und „Le maître de musique“ von Gérard Corbiau und auch „Paix sur les champs“ von Jacques Boigelot.

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„Close“ erzählt die Geschichte der beiden 13 Jahre alten Freunde Leo und Remi. Sie sind quasi von Geburt an Freunde. Sie spielen zusammen, übernachten zusammen und träumen zusammen. Als sie in die Mittelschule kommen, ändert sich das, denn viele stellen ihnen die Frage, ob sie ein Paar sind. Leo hat damit Probleme und wendet sich etwas von Remi ab. Er beginnt, um zu den harten Jungs zu gehören, Eishockey zu spielen. Dies sorgt sogar für Spannungen zwischen den beiden ewigen Freunden und dann passiert etwas, was unumkehrbar ist.

Genau wie beim Debutfilm von Lukas Dhont, „Girl“, fand die Premiere von „Close“ beim Filmfest von Cannes statt. Hier wurde der Streifen mit dem Grand Prix ausgezeichnet. Seit dem wurde der Film in Europa bereits mehrmals ausgezeichnet, wie jetzt auch in Sevilla, wo es den Grand Jury Award gab und den Preis für Edin Dambrine, der Leo (Foto unten) spielt, als besten Darsteller.

„Close“ ist auch für insgesamt 4 European Film Awards nominiert ist: Bester Film, Beste Regie, bester Darsteller und Bestes Drehbuch. Und „Close“ wurde als erster Film aus dem belgischen Bundesland Flandern beim British Independent Film Award (BIFA) nominiert. Im Oktober 2022 gewann „Close“ den ersten Preis beim Hamptons Film Festival in den USA.

Lukas Dhont und Edin Dambrine 2022 in Cannes
Roland Macri / Hans Lucas

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