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Belgien weist das höchste Haushaltsdefizit in der Eurozone auf

Im dritten Quartal 2022 wies Belgien das höchste Haushaltsdefizit in der Eurozone auf. Aus den vorläufigen Zahlen des europäischen Statistikamtes Eurostat ist ersichtlich, dass das belgische Haushaltsloch aktuell bei 5,1 % des Brutto-Inlandsproduktes (BIP) liegt. Der Durchschnitt in der Eurozone lag im gleichen Zeitraum bei 3,3 % des BIP.

Damit ist Belgien der schlechteste Schüler der Klasse in Europa. Doch woran liegt das? Grund für diese haushaltstechnische Schieflage ist die Tatsache, dass die belgische Bundesregierung Unterstützungsmaßnahmen gegen die Energiekrise eingeleitet hat, die enorme Mittel verschlingen, wie z.B. die Senkung der Mehrwertsteuer auf fossile Heizmittel.

Diese und andere Maßnahmen zur Bewältigung der Krise(n) sorgen dafür, dass die belgischen Haushaltszahlen immer weiter ins Tiefrote sinken. Dies stößt nicht erst seit gestern auf Kritik bei der Europäischen Union. Die EU-Kommission ist z.B. der Ansicht, dass die Maßnahmen gegen die Krise in Belgien zu breit angelegt sind und dass sie nicht in die richtige Richtung weisen.

Allerdings sind die Haushaltslöcher im dritten Quartal in der Eurozone im Allgemeinen größer geworden, wie den Eurostat-Zahlen zu entnehmen ist. Während die meisten EU-Mitgliedsländer ebenfalls hohe Mittel zur Bewältigung der Krisen aufwendeten, gelang es einigen Ländern, trotzdem einen Haushaltsüberschuss zu generieren: Niederlande 0,4 %, Irland 3,1 % und Portugal 1,3 %.  

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