König Philippe und Verteidigungsministerin Ludivine Dedonder

Zu alte Generäle? Belgiens Armeeführung steht durch zahlreiche Pensionierungen vor einer großen Herausforderung

Im Frühjahr steht die belgische Armeeführung vor einer bisher noch nicht erlebten Pensionierungswelle. Nicht weniger als 6 der 7 Dreisterne-Generäle gehen dann in Rente und bis Ende 2024 betrifft dies auch 9 der 18 belgischen Zweisterne-Generäle. Diese Posten neu zu besetzen, wird kein leichtes Unterfangen werden, denn hier spielen viele Faktoren eine Rolle… 

Bei neuen Ernennungen von Generälen muss in Belgien zum Beispiel darauf geachtet werden, dass alle Komponenten der Armee vertreten sind: Landstreitkräfte, Luftwaffe, Marine, der medizinische Bereich und auch die neue Cyber-Komponente. Zudem müssen bei diesen Posten auch die Landessprachen Niederländisch und Französisch gleichermaßen repräsentiert werden.

Nicht zuletzt haben auch zwei nicht unerhebliche Personen bei der Ernennung bzw. Beförderung ein Wörtchen mitzureden: Bundesverteidigungsministerin Ludivine Dedonder von den frankophonen Sozialisten PS und König Philippe (Foto oben).

Armeechef Admiral Michel Hofman, einer von drei Viersterne-Generälen in Belgien (zu denen auch König Philippe gehört), ist dabei, eine neue Struktur für die Ernennung von neuen Generälen auszuarbeiten. Dabei will er einen Ausschuss (oder wie er es nennt, ein „Super-Ernennungs-Komitee“) einsetzen, der unter der Leitung von Verteidigungsministerin Dedonder stehen soll.

Admiral Hofman erinnert daran, dass dies teilweise sehr schnell gehen müsse, denn international werden diese Top-Militärs dringend gebraucht. Deadline ist April 2023.

Verteidigungsministerin Dedonder wünscht sich, dass auch eine Frau unter den neuen Mitgliedern des Generalstabs sein wird. Und König Philippe wird mit Sicherheit versuchen, einen hohen Offizier ernennen zu können, der das Vertrauen des Königshauses genießt. 

Meist gelesen auf VRT Nachrichten