In einem offenherzigen Interview gestand Remco Evenepoel (Foto), dass er nach seinem schweren Unfall im vergangenen Dezember daran gedacht habe, seine Karriere als Radprofi zu beenden. Der zweifache Goldmedaillengewinner der Olympischen Spiele fügte jedoch hinzu, dass ihm sein neuer Glaube in dieser schwierigen Zeit geholfen habe. Remco Evenepoel ist zum Islam konvertiert.
Zum Islam konvertiert: So meisterte Radsport-Olympiasieger Remco Evenepoel seine jüngste Verletzungsphase
Evenepoel äußerte sich hierzu Anfang dieser Woche zunächst in den sozialen Medien und später während einer Online-Pressekonferenz vor dem Radsportklassiker „Brabantse Pijl“.
Es war das erste Mal, dass sich der Radprofi in der Öffentlichkeit über seinen islamischen Glauben aussprach. Für Evenepoel ist die Teilnahme an dem Rennen nach mehrmonatiger verletzungsbedingter Pause ein Comeback im Radsport.
Remco Evenepoel erklärte: "Im Laufe des letzten Jahres habe ich mich mehr und mehr in diese Religion vertieft. Es ist etwas, das Oumi (A.d.Red.: seine marokkanische Frau, Foto unten) und ich beim gemeinsamen Beten teilen. Wir sind sehr stolz darauf. Für mich ist es ein Zufluchtsort, um durchs Leben zu kommen. Es ist etwas Schönes."
Der 25-jährige Radfahrer aus Schepdaal in der Nähe von Dilbeek in Flämisch-Brabant sprach über seine Genesung von den Verletzungen, die er sich zugezogen hatte, als er im vergangenen Dezember beim Training in gegen die offene Tür eines Postwagens prallte und sich dabei schwere Verletzungen zuzog.
"Es war der härteste Kampf meines bisherigen Lebens. Es war nicht der erste Unfall, in den ich verwickelt war. Die Tatsache, dass es dieses Mal nicht während eines Rennens passierte, machte es nicht leichter. Alle haben mit dem Training begonnen, aber ich musste 6 Wochen warten und konnte überhaupt nichts tun. Das war schwer zu akzeptieren. Das Wetter war schlecht und ich musste tagelang drinnen bleiben. Das war anders als in früheren Verletzungsperioden.“
„Die Verletzungen waren an sich schon ziemlich schlimm, aber dann kam noch ein Problem mit einem Nerv hinzu, und das hat meine Schulter beeinträchtigt. Das war schwer zu akzeptieren. Ja, ich habe wirklich ans Aufhören gedacht. Was ich in diesem Posting in den sozialen Medien geschrieben habe, war keine Lüge".
