Fabrice Cumps (PS), der Bürgermeister der Brüsseler Gemeinde Anderlecht, lässt wissen, dass bei dem Play Off-Spiel des RSC Anderlecht gegen den FC Brügge am 18. Mai keine Club-Fans willkommen seien. Nach dem Pokalfinale in Brüssel am Sonntag hatten „sogenannte Fans“ in der Hauptstadt randaliert und für Unruhen gesorgt, die bis Montag gedauert hatten.
Nach den Fußballkrawallen in Brüssel: Anderlechts Bürgermeister will keine Brügge-Fans beim nächsten Spiel zulassen
Anderlecht und Club treffen im Rahmen der Play Offs in der ersten Liga am 18. Mai erneut aufeinander und zwar im Anderlechter Astridpark. Hier kann es durchaus um die mögliche Meisterschaft für den FC Brügge gehen. Doch der Club muss dabei wohl ohne die lautstarke Unterstützung seines Anhangs auskommen, denn Anderlechts Bürgermeister hat allen Fans dieses Vereins den Zugang zu seiner Gemeinde verweigert.
In einer Pressemitteilung lässt Bürgermeister Cumps wissen, dass sich das nicht hinnehmbare Verhalte einiger „sogenannter Fans“ im Rahmen des Pokalfinales nicht wiederholen dürfe: „Darum habe ich beschlossen, administrative Maßnahmen zu ergreifen und die Anwesenheit von Brügge-Fans während des Spiels vom kommenden 18. Mai zu verbieten.“
Man wolle damit sowohl die Bürger von Anderlecht, als auch die Fans des RSC schützen. Vergangenen Sonntag hatten Hooligangruppen aus dem Club Brügge-Umfeld auf ihrem Fußweg vom Brüsseler Südbahnhof zum König Baudouin-Stadion in den Gemeinden Molenbeek und Jette unbeteiligte Personen angegriffen, Sachbeschädigungen u.a. in Geschäften und Cafés angerichtet und rassistische Parolen gegrölt. Dies wiederum hatte dafür gesorgt, das Jugendliche aus Brüssel ebenfalls randalierten und auch am Montag noch für Krawalle in Brüssel sorgten.
Im König Baudouin-Stadion wurden zudem Schäden von Fans in Höhe von rund 70.000 € angerichtet. Beim FC Brügge hofft man jetzt, das Verbot von Anderlecht-Bürgermeister Cumps durch Verhandlungen noch abwenden zu können.
Selektive Wahrnehmung
In den politischen Reaktionen zu den Krawallen am Sonntag werten die Kommentatoren der Parteien die Angelegenheit unterschiedlich. Während rechte Kräfte vor allem die randalierende Jugend in Brüssel auf Korn nahmen, ging es auf linker Seite nur um die rechtsradikalen Brügge-Fans (deren harter Kern tatsächlich ein einschlägiges Ansehen hat). Nur wenige Reaktionen verurteilten beide Seiten in den (sozialen) Medien.
